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Geschichte

Der imposante Bau des Münchner Waisenhauses, gestaltet im Stil eines altbayerischen Barockklosters, entstand 1899 am östlichen Ende des Nymphenburger Kanals. Dem königlichen Lustschloss am Nordende mit dessen Park- und Badeanlage sollte das bürgerliche Waisenhaus mit Turn- und Spielplatz ein Gegengewicht setzen. 

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1899

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2024

Die Nähe zum Orden der englischen Fräulein in Nymphenburg war maßgeblich für die Ortswahl. Der katholische Orden hatte 1861 die Leitung des Waisenhauses übernommen, dessen Träger seit 1809 die Waisenhausstiftung München ist. 

 

1945 wurde das Waisenhaus durch mehrere Luftangriffe weitestgehend zerstört. Nur ein Teil des Nordflügels blieb erhalten. Doch in der Ruine bestand auch die Chance für eine grundlegende Umgestaltung. Während des Neuaufbaus entwickelte sich im Haus das „Familienprinzip“: Jungen und Mädchen verschiedener Altersstufen sollten zusammen mit ihren Betreuer*innen in Gruppen zusammenleben dürfen. 

 

Dieses neuartige Konzept, das der streng katholischen Erziehung durch die englischen Fräulein entgegenstand, überzeugte die Stadtväter. 1952 kam es so zur Trennung von dem Orden und die Stadt München übernahm die Kosten für den Wiederaufbau des Hauses. 

 

Das Konzept der Familienerziehung sorgte nun nicht nur im Münchner Waisenhaus für eine Reform. Es wurde zu einem Vorbild der Heimerziehung im gesamten deutschsprachigen Raum.

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